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Genieße den süßen Spätsommer

Die dritte Jahreszeit – Spätsommer – ist da. Anders als traditionell gelebt, gibt es in der chinesischen Medizin 5 Jahreszeiten. Wobei, wenn man recht überlegt, früher sprach man auch von der Zwischenjahreszeit des Altweibersommers.Bildschirmfoto 2017-08-25 um 13.11.57Der Spätsommer ist dem Element Erde zugeordnet, es ist das verbrannte (Sommer) Holz (Frühjahr). Klassischerweise ist es zu dieser Zwischenjahreszeit heiß und feucht, sprich schwül. Für mich stehen in Tau getränkte Spinnweben am Morgen repräsentativ für diese Zeit, es liegt dieser Geruch des Umbruchs in der Luft. Die jetzige Zeit ist die Mitte des Jahres. Im Frühling und Sommer geht es darum, das Yang aufzubauen und im Herbst und Winter, das Yin zu bewahren – der Spätsommer ist die süße Stille dazwischen. Man darf einfach ernten und genießen.
fullsizeoutput_11d5Die Erde zeigt uns zu dieser Zeit ihren Reichtum in Form von reifen Ähren, Früchten und Gemüse. Die Farbe der Erde ist gelb. Man kann sagen, der gesamte Kreislauf dreht sich um diese Zeit des Ertrags und gleichzeitig des Umbruchs.

Die Erde ist die Basis, der Nährboden für alles. Passend dazu füllt Mutter Erde die dazugehörigen Organe Magen und die Milz. Die Erde repräsentiert die Mitte in jeglicher Hinsicht. Es ist die Mitte des Jahres, es bildet körperlich unsere Mitte und versorgt auch alle weiteren Organe mit Energie. Eine Himmelsrichtung gibt es nicht, es steht für den Punkt an dem Du Dich gerade befindest, die Mitte davon. Die Richtung davon ist allerdings nach unten, also in die Erde gehend. So steht diese Zeit und auch dieses Element für die Verbundenheit mit der Erde, für das verwurzelt sein. Dementsprechend steht es auch dafür, wie wir im Leben stehen. Wie wir zu uns selbst stehen. Ob wir in unserer Mitte sind. Wie leicht wir bei einem „Sturm“ umkippen.

fullsizeoutput_fbbOhne in unserer Mitte zu sein, ohne verwurzelt zu sein, rollen wir wie ein Gestrüppball über die Wüste (vertrocknete Erde), getrieben vom Wind, haltlos.
Eine harmonische Milz gibt Dir Urvertrauen. Weißt Du wie sich echtes, tiefes Urvertrauen anfühlt? Es ist eine der wichtigsten Anbindungen für uns Menschen, gibt uns eine innere Ausgeglichenheit. Du kannst Dich ins Leben fallen lassen, ohne zu hinterfragen und zu zweifeln. Der Wichtigkeit entsprechend wird dazu ein separater Artikel folgen.
Urvertrauen geht mit einer starken Intuition und einem „Gefühl für das Richtige“ einher.
Im Hochsommer gilt es also, seine Mitte zu finden. Extreme wieder zu vereinen, es ist eine Zeit des In-Sich-Gehens.

Der Lebensabschnitt ist das Erwachsen geworden sein. Nach der Kindheit (Frühling) und Jugend (Sommer) hat man bereits Erfahrungen gesammelt und steht im Leben. Man sammelt die ersten Früchte. Oftmals gründet man zu dieser Zeit auch eine Familie. Die Erde ist auch ein Element, welches für das Umsorgen, die Familie und das Weitergeben steht. Nicht umsonst heißt es Mutter Erde. Es steht mehr das „Du“ als das „ich“ im Vordergrund. Es ist eine Zeit des Kümmerns, so wie die Erde sich in der Zeit um uns kümmert. Mitgefühl, Fürsorge, Einfühlungsvermögen – alles der Erde zugeordnet.

img_5313Natürlich bedingt gehört auch die Ernährung hierzu.
Geschmacklich ist der Milz das Süße zugeordnet – die natürliche Süße wohl bemerkt, Industriezucker ist schädlich. Mit einer natürlichen und gesunden Ernährung kannst Du Deiner Mitte sehr viel gutes tun und für diese Zeit typische Magenverstimmungen vorbeugen. In dieser Jahreszeit empfiehlt es sich, warme Speisen zu essen wie Eintöpfe aus Karotte, Kürbis, Sellerie…zu viel Milchprodukte und Rohkost tun der Milz nicht gut, der Diätwahn entsprechend auch nicht. Überhaupt empfiehlt es sich, kalte bzw. kühlende Speisen und Getränke sehr in Maßen zu verzehren. Sie können zu einer inneren Feuchtigkeit führen, was einen wiederum anfällig für Viren und Bakterien macht. Ich selbst merke seit einiger Zeit sehr stark, wie es sich innerlich gegen die sonst so geliebten Milchprodukte und kühlenden Speisen sträubt. Mich zieht es zu viel Tee, zu innerer Wärme.

Man sollte so viel essen, bis man satt ist und dann aufhören. Ein Salatteller als Mahlzeit reicht nicht aus, Kraftbrühen hingegen stärken die Milz. Nicht förderlich sind ebenso scharfes und heißes Essen, Frittiertes und Gegrilltes, Alkohol, Kaffee (alles sehr starkes Yang). Dies führt zu Unruhe, „hitzigem Blut“, Schlafstörungen usw.. Ebenso nicht gut für uns sind die ganzen Geschmacksverstärker, die einem etwas vormachen aber in Wahrheit unsere Milz zerstören.
Es ist wichtig zu verstehen, dass, egal wie gut man sich ernährt, es immer an der Stärke der Milz liegt, wie viel Energie sie aus der Nahrung aufnehmen kann.
Ist die Milz im Ungleichgewicht, kommt es zu einem Mangel an innerer Körperwärme und Energie und somit zu einer Unterversorgung der anderen Organe. Magenprobleme, Unverträglichkeiten, Konzentrationsmangel, Müdigkeit, Über- oder Untergewicht rühren von einer disharmonischen Milz.

fullsizeoutput_1156Die Emotion der Erde ist das Grübeln und sich Sorgen machen. Auch die geistige Überarbeitung schwächt die Erde enorm. Sicherlich kann jeder beobachten, dass auch der Appetit mit den äußeren Umständen und dem „in seiner Mitte sein“ oder eben auch nicht, zusammenhängt. Manche hören bei Stress auf zu essen, die Meisten geraten in Süßgelüste. Man versucht den Mund (der Milz zugeordnet), Magen und Milz zu stimulieren um eine vermeintliche Balance zu finden.

Ebenso gehört der geistige Konsum dazu. Der Magen trennt Trübes von Klarem. Dies gilt auch für unseren geistigen Konsum. Durch die Dauerbestrahlung und Dauerreize ist es schwer, die Milz zu schützen, meist ist sie vollkommen überreizt – auch ein Problem, weshalb viele einen empfindlichen Magen haben. Der Hochsommer eignet sich also sehr gut dazu, sich mal aus den ganzen Reizen zurückzuziehen, mehr zur Natürlichkeit zurückzugehen und ich sich zu lauschen. Dies ist tatsächlich eine spannende Übung, wir alle sind auf unsere Art Meister darin, uns von unserer Mitte abzulenken. Wir machen dies und das und jenes – und kommen nicht dazu, uns mal in Ruhe anzuschauen was in uns ist. Eine innere Unruhe treibt einen an und man versucht sie durch Konsum verschiedener Art zu überdecken. Sucht- und Konsumgüter jeglicher Art sind nicht umsonst erfolgreich wie nie.
IMG_7859Es ist eine warme Empfehlung, sich dem Stück für Stück und soweit es geht zu entziehen, um einmal dahinter zu schauen. Solange über sich selbst meditieren, bis man es versteht. Konzentration. Klare Gedanken, eine rasche Auffassungsgabe und aus Erlebtem zu lernen und die Erfahrungen im Leben zu integrieren, statt sich dauerhaft festzufahren – all das steht für eine gesunde Erde.

Noch ein Wort zum Wetter. Die Sonne ist zu dieser Jahreszeit angenehm warm und irgendwie behütend, wie eine Mutter die sich um ihre Kinder kümmert. Man sollte aber darauf achten, sie in Maßen zu genießen. Genauso wichtig ist es, nicht zu viel Nässe abzubekommen. Auch wenn die Sonne noch Kraft hat, ist das Gras morgens und abends bereits nass. Man kann sich schnell verkühlen.

Letztendlich steht die Erde einfach für die Mitte. Egal auf was es sich bezieht, es gilt immer in die goldene Mitte zu kommen. So gehört auch der Mittelfinger zur Milz – und wenn man nicht in seiner Mitte ist, benutzt man diesen gerne mal als Ausdruck. Sämtliche Ausschläge in eine oder die andere Richtung sprechen für eine unausgeglichene Erde. Grüble weniger, spüre und vertraue. Jeder hat da auf jeden Fall genug Arbeit vor sich. Nutzt diese wunderbare Zwischenzeit, um zu meditieren und Eure Mitte zu finden. Es wird sich mehr als lohnen. In der eigenen Mitte zu sein ist von unbezahlbarem Wert und prägt Dein gesamtes Leben, je stabiler Du wirst desto mehr vertraust Du, desto mehr kannst Du Dich dem Fluss des Lebens ohne Angst hingeben und desto erfolgreicher wirst Du auf sämtlichen Ebenen.


english version

Enjoy the sweetness of late summer

The third season – late summer – is here. Different to the traditional view, there are five seasons according to the traditional Chinese medicine. Whereat, there are words like Indian summer or old wives summer to this between season.Bildschirmfoto 2017-08-25 um 13.13.35The late summer is assigned to the element earth, it is the burnt (summer) wood (spring). Classically speaking, it is hot and humid in this mid season, so to say sticky. For me, spiderwebs which are drenched in dew in the morning are representative for this time, there is a smell of change in the air. The current time is the middle of the year. During spring and summer it is about building up the Yang, during autumn and winter it is about keeping the Yin – late summer is the sweet silence in between. You can just harvest and enjoy.
fullsizeoutput_11d5The earth shows us her richness in the form of ripe spikes, fruit and vegetables. The colour of the earth is yellow. It can be said that the whole circuit rotates about this time of harvest and likewise change.

The earth is the base, the breeding ground of everything. Adequately, Mother Earth fills the assigned organs stomach and spleen. The earth represents the middle in any respect. It is the middle of the year, it builds our bodily middle and nourishes all other organs with energy. There is no cardinal direction, it stands for the point you’re at, the middle of it. The direction though points downwards, into the earth. So this time and the element also stand for the connection with the earth, for being rooted. Accordingly it also stands for how we stand in life. Ho we stand to ourselves. If we are in inner balance. How easily we tip over from a „storm“.

fullsizeoutput_fbbWithout being in balance, without being rooted, we roll like a bundle of brushwood over the desert (dried earth), blown by the wind, untenable.
A harmonic spleen gives you basic trust. Do you know how real, deep basic trust feels like? It is one of the most important connections for man, gives us an inner stability. You can flop yourself into life without questioning or doubting it. Because this is so very important there will follow a separate article on this.
Basic trust comes along with a strong intuition and a „feeling for the right thing“. So, during late summer it is about finding your balance. To reunite extremes, it is a time of soul-searching.

The phase of life is having become grown up. After the childhood (spring) and youth (summer) you have already collected some experience and are fully involved in life. You harvest the first time. Often you start a family in this time. The earth is also an element which stands for shepherding someone, for family and passing things on. There is a reason why it is called Mother Earth. It is always more about the „you“ than the „I“. It is a time of caring, like the Earth cares for us all the time. Compassion, welfare, empathy – all assigned to the earth.

img_5313Naturally conditioned, nutrition is part of it as well.
As regards taste, the sweet is associated to the spleen – let it be understood, the natural sweetness, industrial sugar is harming. With a natural and healthy diet you can do good to your middle and prevent an upset stomach, typical for this time around. In this season, it will do you good to eat warm meals like stews with carrots, pumpkin, celery… too many diary products and raw fruit and vegetables are not good for the spleen, the diet delusion respectively not, either.
In general, it is advisable to consume cold or cooling food and drinks only in moderation. They can lead to inner moisture which again makes you prone to bacterias and virus. I myself notice strongly that for a little while now, I bridle inside at the usually so loved diary products and cooling food. It draws me a lot to tea, to inner warmth.

You should eat as much until you are full and then stop. A salad is not enough for a meal, consommé on the other hand strengthens the spleen. Not wholesome are also spicy and hot food, deep-fried and grilled food, alcohol, coffee (all very strong Yang). This leads to restlessness, „hot blood“, sleeping disorder and so on. Likewise not good are all the flavor enhancers which pretend something to us but truly they destroy our spleen.
It is important to understand that, no matter how healthy we subsist, it is always down to the strength of the spleen how much energy you can take out of the food.
If the spleen is imbalanced, it comes to a lack of inner body heat and energy and thus to an undersupply of the other organs. Stomach issues, intolerances, a lack of concentration, tiredness, over- or underweight is all due to a disharmonious spleen.

fullsizeoutput_1156The emotion of the earth is brooding and worrying. Also, the mental revision weakens the earth enormously. Surely, everyone can watch that also the appetite is linked up to the outer circumstances and the „being in inner balance“ or imbalance. Some stop eating by stress, but most are craving for sweet. You try to stimulate the mouth (assigned to the spleen), stomach and spleen to find a putative balance.

Likewise, the mental consume is part of it. The stomach separates the clear from the unclear. This also applies to mental consume. Thanks to the permanent stimulations and informations it is difficult to protect the spleen, mostly you are totally overstrung – also a problem, why many have a nervous stomach. So the late summer is a good time to withdraw from all the stimulations, come back to more naturalness and to listen to your heart. This indeed is an interesting exercise, we are all a master in a way when it comes to distracting ourselves from our middle. We do this and that – and don’t get to have a look inside us. An inner restlessness rushes us and we try to cover it by all kind of consumption. There is a reason why addiction and consumer goods of any kind are more successful than ever.
IMG_7859It is my warm advice to withdraw from it step by step to have a look behind it. To meditate about yourself so long until you will understand.
Concentration. Clear thoughts, a quick comprehension and being able to learn out of the experienced and to integrate these experiences in the own life instead of being permanent stuck – all this stands for a healthy earth.

Just one word on the weather. The sun is really pleasant and somehow protecting these days, like a mother looking after her children. Make sure you only enjoy it in moderation. Likewise, it is important not to catch too much wetness. Even if the sun ist still strong, the gras is already wet in the morning and evening. You can easily catch a cold.

After all, the earth simply stands for the middle. No matter what it is referred to, it is always about keeping the golden mean. The middle finger belongs to the spleen – and when you are not on your golden mean you may like to use it as an expression. All peaks in the one or the other direction speak for an imbalanced earth. Brood less, feel and trust. Everyone for sure has enough to work on. Use this wonderful in-between season to meditate and to find your inner balance. It will be more than worth it. To have an inner balance is beyond price and coins your whole life, the more stable you become the more you can just go with life’s flow without fear and the more successful you will become on all levels.